Neugrün (Gloshüttn)

 

Glashütten um Mehlmeisel

Eine Zusammenstellung von Josef Wiche auf Initiative von Bernhard Raab, Neugrün

Januar 2010

 

1. Glashütte bei den Öden

Als es im Raum Mehlmeisel fast nur noch menschenleere Öden gab arbeitete hier eine bedeutsame Glashütte. Michael Neubauer aus Creußen hat den Hinweis dazu in einem Abgabenregister der Amberger Regierung aus dem Jahr 1433 entdeckt. Wir wissen nichts über den Standort und den Hüttenmeister.

Aus dem Zeitgenössischen Text: „Nota das sind die Zins, Gilt vnd rent in der Obern vnd Nydern Herrschaft zu Waldeck…

Öde in der Obern Herschafft: Item von den Öden, Wismad, Egerden vnd von der Glaßhütten gefeilt 1 Gulden, 2 1/2 Schock, 15 Groß ..."

 

2. Glashütte des Paul Glaser

Die zweite nachweisbare Glashütte arbeitete in der Zeit, als Herrmann von Hirschberg im Plochwerk zu Mehlmeisel residierte. Der Name des Hüttenmeisters war Paul Glaser, jedoch ist der Standort seiner Hütte unbekannt. Dr. Bernd Thieser stieß in einem Schriftstück aus dem Jahr 1484 auf den entsprechenden Hinweis. Paul Glaser war die Gewinnung von Pottasche im Mehlmeisler Wald offenbar nicht erlaubt, oder er hatte den Wald durch Aschebrennen bereits zerstört. Jedenfalls musste er 1484 seine Asche im „Mittleren Forst" des Amtes Waldeck brennen lassen und dem dortigen Forstmeister Kunz Wagner dafür 1 Gulden und 2 Pfennige bezahlen. Aus dem zeitgenössischen Text: „Paulsen Glaser zu Melmeusel,... der in den Mittlern Forst gehörig, den Cuntz Wagner inne hat, für Ascher 7 Gulden, II Pfennig".

Bereits im Lehenbrief von 1478 an die Brüder Hermann und Hans von Hirschberg finden wird die Aufforderung von Kurfürst Philipp I., Glas zu produzieren: „Item die genannten Brüder ... mögen auch allerlei/ Handwerksleut zu ihne setzen: Glaser, Satt­ler, Drechsler und andere ... die alle Macht sollen haben, Ascher zu brennen, Kohlholz, Zimmerholz, Geschirrholz zu hauen ..."

Im Jahr 1533 lesen wir in einer Beschreibung der wirtschaftlichen Situation Mehlmeisels rückblickend von Paul Glasers Hütte: „Item es ist auch eine gute Glaßhütten do gewest, wohl wiederaufzurichten...

 3. Glashütte Neugrün

Im heutigen Ortsteil Neugrün stand die wohl bedeutendste Glashütte der Gemeinde. Wir müssen davon ausgehen, dass mit dieser Hütte der Ort Neugrün erst entstanden ist, denn noch im 20. Jahrhundert sprachen die einheimischen Mehlmeisler nur von „der Glashütte", wenn sie Neugrün meinten. Beispiel: „Auf der Gloshitten sten­ger die schönsten Marterler" oder „Ich gäi auf Gloshitten aufd'Frei!"

Die Vorgängersiedlung „Grün" war längst verschwunden, als der Glasermeister Fritz Cröner hier in den Jahren nach 1550 seine Hütte baute und damit den Grundstock für Neubesiedlung legte. Der genaue Standort ist unbekannt, jedoch können wir Gröners landwirtschaftlichen Hof relativ sicher im Anwesen „Neugrün Nr. 1" lokalisieren.

Offenbar war 1560 der Mehlmeisler Wald (der damals noch weit über Mähring hinausreichte) erschöpft, so dass hier das Aschebrennen nicht mehr gestattet wurde. Gröner suchte daraufhin bei der Regierung um Genehmigung zur Gewinnung von Pottasche im kurfürstlichen „Aschenwald" nach und tatsächlich erteilte ihm der oberste Landschreiber zu Amberg erstmals im Jahr 1561 diese Genehmigung. Der Aschenwald lag als unerschlossener Urwald in Richtung Ochsenkopf.

Im Jahr 1567 oder 68 gab Fritz Gröner den Betrieb in Neugrün auf und verkaufte seine Glashütte an einen anderen Meister. Dieser namentlich nicht bekannte Meister plante den Bau einer völlig neuen Glashütte abseits von Neugrün auf kurfürstlichem Gebiet „bequemer, gelegener und besser", erfuhr

jedoch Widerstand von den verwantwortlichen Amtleuten, weil sie fürchteten, dass bei dem neuen Standort viel gutes Holz zerstört würde. Der Hüttenmeister wirtschaftete mehr schlecht als recht noch im Jahr 1569 und verschwand dann endgültig aus Neugrün. Zurück blieb die Glashütte, die man offenbar als Schmiede nutzte und das vormals Grönersche Anwesen von dem für über 100 Jahre das Handwerk der Siebmacherei ausging. Im Umfeld standen einige Häuser, deren Bewohner in Pfarrbüchern als Wohnort „Altglashütten" angaben. Das Anwesen neben dem Wirtschaftshof trug den Hausnamen „beim Kräusel-Glaser".

Schriftliche Belege für diese Begebenheiten entdeckte vor allem Dr. Thieser von der Otnant-Gesellschaft beim Auswerten alter ämtischer Abrechnungen

In der Jahresrechnung 1561/62 finden wir den Text: „Gemaine Einnahm an Geld: Item VI Gulden gibt Fritz Gröner, Hüttenmeister uff der Glashütten in der Grün, als Zins vom Ascher, den er brennt aus liegenden und thürn Holtz, wie ihm solches der Obrist Landschreiber gelassen haben soll".

Jahresrechnung 1568/69: „Einnahm an Geld von dem verlassenen Ascherwaldt. Dies Jahr ist kein Ascherzins angefallen, da die Hüth nicht gegangen, weil sie der vorig Hüttenmeister verkaufft und der Abkäuffer davon gezogen ist, solche hat stehen lassen. Ermoechtauffmeins Gnädigsten Churfürsten und Herrn Gründen ein bequemere und gelegene, auch bessere Glashütten auf­richten, darzu man etlich Waldung wohl zu Schaden kommen lasse, so daß nicht allein das faul Holtz zu Nutz gebracht..."

Schließlich kann das Amt im Jahr 1570 die geplante Einnahme von 6 Gulden nicht verzeichnen: „VI Gulden kommen heuer in Abgang wegen des Ascherprennens, so der Hüttenmeister ufder Glashütten in der Grün

... solche Hütten stehet jetzt oede, seindt die Hüttenmeister und Gesellen einsteills davon getauften, so daß heuer kein Arbeit daruff geschehen ist."

Wir sollten die landläufige Meinung widerlegen, dass Hütten wie in Neugrün als provisorische Bauten einzelner Glasmacher für kurze Zeit in der abgeschiedenen Wildnis der Waldes arbeiteten. Vielmehr stand auch in Neugrün hinter der Glasproduktion ein einflussreicher Unternehmer, der als Hüttenmeister eine Vielzahl von Arbeitsplätzen schuf und weit reichende Geschäftsverbindungen pflegte, mit Gesuchen bis in Regierungskreise.

Welche Schlüsselwirkung der Bau einer Glashütte einst hatte, läßt sich gut erkennen, wenn wir zum Vergleich die Briefe des Hüttenmeisters Hans Glaser heranziehen,

der ab 1590 im heutigen Warmensteinacher Ortsteil „Hütten" Glas produzierte. Seine Briefe, ausgewertet von Michael Neubauer, übermitteln uns zeitgenössische Umstände, die ohne weiteres auf Neugrün zu übertragen sind.

Argumente für den Bau einer Glashütte beschrieb Glaser 1584 so: „... zu dem, so können viele arme Unterthanen bey einer Glaßhuetten mit Arbeytt dermaßen sich uf-ferhalten und hinbringen, dass solches ih­nen auch zu uffwachsenden ersprießlichen Nutz gereichet und der Obrigkeitt ihr Zins und Steuer desto bequemer zu reichen und zu bezahlen". Glaser stellte hier die Vorteile geregelter Arbeit heraus und den Nutzen, den der Staat daraus ziehen kann. Zudem bestehe die Möglichkeit allerhand Gesindel aus den finsteren Wäldern zu vertreiben: „... dass man der frembden zulauffenden und streichenden bösen Leytt, so sich ge­meinlich an solchen Ortten und Wildnissen befinden, nicht bedürfftig, sondern abge­schafft möchten werdten, deßen auch die Einwohner sambtlich ein Verlangen haben…“

Die kurpfälzischen Amtleute befürworteten Glasers Gesuch und betonten (nach den Erfahrungen in Neugrün?} das Anwachsen von Arbeitsplätzen und die Entrichtung von Umgeld {Biersteuer!). Bei einer solchen Glashütte „da kommen für und für frembde Leutt dahin durch welche die Underthanen mit Außtragung der Cläßer auch mit Herbergen besser aufnehmen möchten, so können sie auch fast wöchentlich mit Holtzhauen, Fah­ren, Aschebrennen und ändern Arbeitten, so die Hüttenmeister und Cläßer bedürfen, ihr Geld verdienen, wollen des Umbgelts geschweigen, so dadurch gemehret wirdt".

Hans Glaser wird in Oberwarmensteinach als Ortsgründer verehrt. Gleiches kann wohl in Neugrün für Fritz Gröner gelten.

 4. Knopfhütte am Gaisbach

Nur noch wenige Mehlmeisler kennen heute die Waldabteilung „Knöpfhütte" und die dortige „Glaserwiese" am Gaisbach, un­terhalb des Bayreuther Hauses. Wir kön­nen vom Standort dieser bemerkenswerte Hütte auf der Glaserwiese ausgehen (auch wenn es dort keine Grabungen gibt). Betreiber war kein geringerer als Landrichter Johann Ernst von Altmannshausen. Auch diese Knopfhütte wurde in alten Archivalien von Dr. Bernd Thieser und Michael Neubauer wiederentdeckt.

Im Rechnungsbuch des Forstamtes Kulmain erscheint 1675 erstmals die „Altmannshausensche (Glas-)Knopfhütte am Gaisbach". Das Forstamt gab zum Bau dieser Knopfhütte ab: 10 fudrige Stämme, 38 halbfudrige Stämme, 20 Gespörre, 8 Sägeschrött, 3000 Schindeln, 60 Latten. Der Waldzins, den Freiherr von Altmanns­hausen dafür entrichtete wurde ihm ein Jahr später wieder gut geschrieben. Of­fenbar benutzte der Freiherr seine Machtposition, um in die eigene Tasche zu wirtschaften. Altmannshausen entrichtete von 1675 bis 1680 trotz des immensen Holzverbrauchs keinen Waldzins, und dies, ob­wohl allein im Jahr 1676 die Knopfhütte am Gaisbach 125 1/2 Klafter Holz verschlang. Im Rechnungsbuch des Forstamtes findet sich in den kommenden Jahren unter der Rubrik „Einnahmen" der Satz „Knopfhütte Gaisbach: nichts." Im Jahr 1681 wurde die Knopfhütte still gelegt, denn wir lesen in der Forstabrechnung: „ 1682 ... Knopfhüt­te Gaisbach: Weilen die Glashütte ungang­bar, ist an dergleichen heuer wie vorm Jahr nichts eingangen".

Im Jahr 1687 wurde die Hütte schließlich abgebaut und das Baumaterial zu Altmanns­hausens Hammer nach Unterlind gebracht: „ 1687. Knöpfhütte Gaisbach nichts, weilen solche wieder weggerissen und zu ändern Gehauen uf Undernlind versetzt worden...".

Dank Herrn Josef Wiche

    

 

     

      

 

 

     

     

 

      

         

 

       

 

Glaswanderweg

   Das Symbol des Glaswanderweges

Nach dem 2. Weltkrieg wurde ein geheimnisvolles Zeichen verwendet: die liegende Acht auf dem Kreuz.

Dieses Zeichen hatte für viele zunächst keine besondere Bedeutung. Man sah es als das scherzhafte und doch wahre Sprichwort der Glasmacher an: „Es ist ein unendliches Kreuz, Glas zu machen". Erst später wurde bekannt, dass das Zeichen ein Symbol für Glas darstellt und einen tieferen Sinn hat. Seit dem Jahre 1948 bis heute wird es wieder verwendet, es hat einen Ursprung in alchimistischen Zeichen und ist daher allen Glasmachern gemeinsam.

Hier nun die Deutung des Zeichens:

Die liegende Acht, die aus zwei Schleifen zusammengesetzt ist, stellt eigentlich zwei Zustände eines Stoffes dar, den flüssigen und den festen Zustand. Auf der linken Seite befindet sich der Stoff im flüssigen Zustand, als Glasschmelze, auf der rechten Seite befindet er sich im festen Zustand, jedoch nicht als Kristall. Er bleibt weiterhin im flüssigen Zustand, erscheint nur nach außen als fester Stoff, als Glas. Das stimmt auch mit der alten Definition des Glases überein, die besagt, dass das Glas eine unterkühlte Flüssigkeit ist. Die liegende Acht bedeutet also auch das unendliche Nachsinnen und den endlosen Streit um das, was eigentlich Glas sei. Das Kopfstehende Kreuz bedeutet ein Schwert.  

 Auf der Spitze balanciert die liegende Acht gerade im Übergangsbereich zwischen den beiden Zuständen Glasschmelze und Glas, somit ein instabiles Gleichgewicht symbolisierend. Seit zweitausend Jahren zwingt der Glasmacher der glühenden Glasschmelze mittels der metallenen Glasmacherpfeife, gleichsam wie mit einem Schwert, seinen Willen auf. Die eleganten Bewegungen des Glasmachers bei seiner Arbeit erinnern an die Bewegungen des Fechters. Die Großproduktion von Stahl und Gusseisen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts brachten auch der Glastechnik und Glastechnologie einen ungeahnten Aufschwung.

Im 20.Jahrhundert veränderte die automatische Glasfabrikation kontinuierlich die klassische Struktur der Gasherstellung, zuerst auf dem Gebiet des Hohl- und Pressglases, dann beim Flachglas und bei den technischen Gläsern. Im Verarbeitungsprozess kommen Glasschmelze und Metall in unmittelbare Berührung, z.B. bei den Metallformen, den Walzen und beim Floatprozess. Das Glas, die liegende Acht, und das Metall, das Schwert, sind zwei untrennbare Materialien, die in der Alltagspraxis, d.h. im Bauwesen, im Maschinenbau, in der Elektrotechnik etc. zusammentreffen. Das Glaszeichen, das die Deutsche Glastechnische Gesellschaft seit dem Jahre 1948 bis heute verwendet, hat einen Ursprung in alchimistischen Zeichen und ist daher allen Glasmachern gemeinsam.

Das Kreuz darunter (das Schwert) ist aus Ordinate und Abszisse zusammengesetzt. Die  Senkrechte versinnbildlicht die Handarbeit mit der Glasmacherpfeife, das Ziehverfahren, die fallenden Glastropfen aus dem Feeder, dem Speiser etc. Die Waagerechte stellt alle Glastechnologien dar, die in der Horizontalen verlaufen und bei denen die Glasschmelze mit dem Metall direkt in Berührung kommt. Das Glaszeichen drückt auf einzigartige Weise die verschiedenen Glastechniken und Glastechnologien aus. Auch die kommenden Generationen werden sich bemühen, in der Weiterentwicklung der nie zu einem Ende kommenden

                                              

 

Die Rodungsinsel Neugrün

Neugrün liegt mitten in einer Rodungsinsel, wie sie zur Zeit der Glasmacher geschaffen wurde. Vor 1500 stand zwischen Waldrand und Sumpfwiesen im heutigen Neugrün eine „Glashütte." Einige hundert Meter südlicher entstand vor 1600 ein Berg- und Hüttenwerk. Von der alten Glashütte aus wurde durch den Wald ein künstlicher Wassergraben angelegt, der heute noch erkennbar ist. Zu dieser Zeit wurde der Ort „neu Gerinn" (Gerinne) genannt Später wurde daraus „Neugrien" und noch später „Neugrün". Mit der Endsilbe „Grün" wurde wahrscheinlich der ursprüngliche Sinn von „grien" verwischt. Jedoch gibt es zum Ortsnamen Neugrün noch weitere Deutungen.

Glashütten wurden vorzugsweise im Wald angelegt, wo das Holz schwer zu den Siedlungen gebracht werden konnte. Glashütten benötigten Wasser, Holz zum Heizen, die Pottasche und Soda als Flussmittel, Kalk für die Festigkeit und Quarz, Sand oder Quarzstein. Die Rodungsinsel Neugrün ist ein schönes Beispiel für die „Transportkostenempfindlichkeit" des Holzes: Wichtig für die Rentabilität der Glasproduktion ist nicht nur der billig abbaubare Rohstoff, der am Ochsenkopf mit dem Proterobaszug in idealer Weise zur Verfügung stand, sondern auch die billige Verfügbarkeit des Energieträgers Holz. Auf der Achse transportiert wurde es in vorindustrieller Zeit mit wachsender Entfernung unerschwinglich teuer. Daher die Trift auf den Bächen, die der Devise „Land trennt, Wasser verbindet" folgte. Auch die Ver­kohlung minderte mit dem Gewicht und der Energiekonzentrierung den relativen Preis des Holzes. Waldglas war die höchste und kostbarste Veredelungsform des transportkostenempfindlichen Holzes.

                              

 

Weidenberg-Warmensteinach- Fichtelberg- Bischofsgrün

Perlenhütte Neugrün

Die Kunst der Glasherstellung und Glasbearbeitung ist alt. Schon die alten Ägypter beherrschten die Fertigkeit der Glasbereitung und der Perlenfabrikation.Wahrscheinlich waren es die Venezianer, welche die Kunst der Glasmacherei In den Böhmerwald und in das Fichtelgebirge gebracht haben. Jedenfalls entwickelte sich die Glasindustrie im Fichtelgebirge ziemlich früh. Die alte Glashütte in Neugrün hieß schon im 16. Jahrhundert „auf der Glashütten". Obwohl die Glasherstellung hier wahrscheinlich ziemlich früh begann, findet man immer noch Glaspaterl auf den Feldern. In südwestlicher Richtung gibt es den Glaserbach und die Wald­abteilung Glaserrangen. Die ungeheueren Temperaturen, die zum Schmelzen des Glases erforderlich waren, wurden durch Holzfeuer erzeugt. Riesige Mengen an Holz wurden dazu benötigt. Die Asche wurde als Flussmittel eingesetzt. Die Arbeit der Paterlmacher war der Gesundheit schwer abträglich. Das stundenlange Sitzen vor dem glühenden Ofen, vorne heiß zum Schwitzen, von hinten die kalte Zugluft, wenn Türen und Fenster geöffnet wurden, das Hinein­starren in die blendende Glut, die Nervenspannende Aufmerksamkeit, der dumpfe Raum und das Einatmen der schädlichen Gase untergrub mit Sicherheit auch eine eiserne Gesundheit. Doch was blieb? Die zahlreichen Münder der Familie verlangten nach Brot."

                               
 
 

 Weitere Wanderwege in unserer Umgebung 

                

 
 

 
                

 

 

 

"Brunnenweg"

(blaue 1 auf weißem Grund)

Dieser Weg verläuft zunächst in westlicher Richtung bis zum "Gesundheitsbrunnen" (ca. 20 Minuten). Der Name "Gesundheitsbrunnen" stammt aus dem 17. Jahrhundert, da dem Wasser dieses Brunnens Linderung bzw. Heilung einer Vielzahl von Krankheiten zugeschrieben wurde. Weiter führt der Wanderweg zum  Weiler Neugrün - eine günstige Gelegenheit zur Einkehr beim Loisl - und in nördlicher Richtung zum "Moosknockbrunnen", der ebenfalls mit einer schönen Anlage umgeben wurde. Vom "Moosknockbrunnen" aus schlängelt sich der Weg direkt nach Fichtelberg und von dort über die Thaddäus-Kapelle nach Hüttstadl/St.Veit und wieder zurück zum Waldhaus.

Wanderzeit ca. 3 Stunden und ohne Schwierigkeiten zu begehen.

Gesamtlänge: ca. 14 km

 

                  

          

 

 

 

            

           

 

 

"Flötztalweg"

(blaue 2 auf weißem Grund)

Dieser Rundwanderweg ist das Paradestück der Gemeinde, führt er doch durch den reizvollen südlichen Hochwald des hochgebirgsähnlichen Flötztales entlang. Am Waldhaus führt er in westlicher Richtung den Grenzweg Franken/Oberpfalz entlang und mündet nach ca. 1 km in das letzte Stück. Das Waldsträßchen "Roßsteig" erreicht den Rastplatz Königskron und geht über die Bergstraße weiter zusammen mit dem Westweg zur Ortschaft Ahornberg. Dann weiter über den Tannenberg zum Weiler Günzlas (Rast mit schöner Aussicht). Von Günzlas aus führt der Weg über den Scheibenberg (Abzweigung zur Wolfssäule ca. 200 m., wo 1890 der letzte Wolf geschossen wurde) wieder zurück zum Waldhaus.

Wanderzeit ca. 5,5 Stunden, nicht schwierig, jedoch Ausdauer erforderlich.

Gesamtlänge: ca. 24 km

                                                

 

"Naabweg"

(blaue 3 auf weißem Grund)

Der Naabweg führt vom Waldhaus aus am rechten Rand der Skipiste zur Talstation des Klausenliftes und in östlicher Richtung über das ehemalige Forsthaus Mehlmeisel zur Gemeindeflur "Wirtsschlag" und zum Ortsteil Unterlind, wo das im Jahre 1686 erbaute "Hammerkirchl" (Wallfahrtskapelle) erreicht wird. Besichtigung und kurzes Verweilen wird empfohlen. Von dort aus führt der Weg in östlicher Richtung durch   den großen Waldbereich "Tannenlohe" und ein landschaftlich interessantes Moorgebiet "Hahnenfilz" über die Ortschaft Ölbühl hinab zur romantischen Fichtelnaab. Bei der Pappenfabrik wird die Fichtelnaab überquert und ein Stück führt der Wanderweg durch das schöne Fichtelnaabtal zurück nach Mehlmeisel. Über den Geißbachsteig wird der Ausgangspunkt Waldhaus wieder erreicht.

Wanderzeit ca. 4,5 Stunden, der Weg ist ohne Schwierigkeiten zu begehen.

Gesamtlänge: ca. 16 km

                              

 

"Jägersteig"

(blaue 4 auf weißem Grund)

Dieser Weg verläuft zunächst ca. 1 km mit den Wanderwegen 1 und 2 gemeinsam, zweigt dann in Richtung Süden ab und schlängelt sich durch herrlichen Mischwald bis zum "Roten Fels" (eigenartige Gesteinsformierung). Vom "Roten Fels" mit seiner herrlichen Aussicht geht der Weg steil abwärts ins Flötzbachtal. Nach ca. 2 km wird der Weiler "Hölzlmühle" und die Ortschaft Ahornberg erreicht, von wo aus der Wanderweg in nördlicher Richtung verläuft und beim Erreichen der Schilmbachstraße in den eigentlichen "Jägersteig" einmündet. Von dort aus führt er durch herrliches Waldgebiet stets an steilen Abhängen entlang wieder zurück zu den Wildgehegen und zum Waldhaus.

Wanderzeit ca. 3,5 bis 4 Stunden.

Gesamtlänge: ca. 15 km

                          

 

Wanderweg "Fichtelseesteig"

(blaues Dreieck auf weißem Feld)

Eine äußerst reizvolle Wanderung ist auch der "Fichtelseesteig". Er beginnt bei Ahornberg-Hölzlmühle und verläuft auf dem Rückweg des Wanderweges 4 "Jägersteig" zum Waldhaus. An der rechten Skipistenseite hinab zur Talstation, vorbei an der ehemaligen "Klausenalm" und zum Ortskern von Mehlmeisel (sehenswert der Turm der Kriegergedächtniskapelle sowie die Pfarrkirche im neuromanischen Stil).Ein kurzes Stück der Mühlgasse entlang führt der Wanderweg dann geradeaus bis zur Staatsstraße, überquert diese und mündet in den Bärenschlagweg. Er verläßt diesen in der ersten Rechtskurve in Richtung Wald. Durch schönes Waldgebiet führend, verläuft er an der Turnhalle Fichtelberg vorbei durch ein Waldstück mit bizarren Felsgebilden direkt zum Fichtelsee.

Wanderzeit ca. 4,5 Stunden / ab Waldhaus ca. 3 Stunden.

Gesamtlänge: ca. 16 km

                                              

 

Wanderweg "Zum Prinzenfelsen", "Girglhöhle", "Hohe Mätze"

Dieser Wanderweg (einfache Länge ca. 8 km) führt zunächst den Fichtelseesteig entlang in Richtung Fichtelberg. Beim Erreichen des Waldsträßchens nach Nagel direkt an der Waldgrenze trifft man auf dem "Silberhaussteig" (Markierung weißes Feld mit blauem Punkt). Diesem Steig folgend erreicht man nach ca. 20 Minuten die Ausflugsgaststätte "Silberhaus". Dort trifft man auf den Höhenweg (Markierung rotes Feld mit weißem H) und erreicht nach etwa 2 km in südöstlicher Richtung den Prinzenfelsen (herrliche Aussicht). In unmittelbarer Nähe des Prinzenfelsens befindet sich die "Girglhöhle" (hier hauste 7 Jahre lang ein Mörder, bis er von der Polizei gefangen genommen und in Kemnath gehängt wurde). Es empfiehlt sich auch noch der Besuch der Hohen Mätze. Auf dem Höhenweg kann auch die Kösseine (946 m) und die Luisenburg, das größte Felsenlabyrinth Europas erreicht werden.